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 Betreff des Beitrags: Das Leben auf den Märkten im Mittelalter
BeitragVerfasst: 1. Mär 2011, 19:58 
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Ich bin gerade dabei für eine Geschichte ein wenig Hintergrundwissen zum Mittelalter zu erlangen. Dabei bin ich auf ein paar sehr schöne, nütlzliche Infos gestoßen und wollte sie gern teilen.

Das Mittelalter ging ja von 1000-1500 n.Chr. Die meisten Menschen lebten in Dörfern, aber selbst die Stadtmenschen lebten sehr nahe an Feldern, da die Städte viel kleiner waren. Viele Menschen stellten ihr Essen (manche auch Möbel) selbst er. Manchmal stellten sie aber mehr her, als sie selbst benötigten. So entwickelten sich dann Märkte als Orte, wo man Sachen tauschen konnte gegen Produkte, die man selbst nicht herstellen konnte. Übliche Produkte ware Essen, Kleidung, Schuhe, Töpfe, Pfannen und Messer. Fast alles wurde in der Nähe des Marktes hergestellt. Käufer und Verkäufer wohnten in der Nähe. Sie mußten nah genug wohnen, um an einem Tag hin zulaufen, ihre Produkte zu ver/kaufen und wieder heim zu kommen. Viele Märkte entstanden da, wo man sich leicht treffen konnte (an Flüssen, Brücken und Straßenkreuzungen).
Handwerker, Töpfer und Schmiede fanden es am besten sich in der Nähe von Märkten niederzulassen (so entstanden Dörfer). Als Dörfer und Städte größer wurden, wurden auch die Märkte größer.
Die Fürsten kontrollierten in einigen Ländern die Märkte. Sie verkauften Rechte an wichtige lokale Personen, die damit Geld verdienten Stände auf Märkten zu haben. Manche Märkte wurden von Lords und Baronen geleitet andere von Kirchen und Klostern. Viele Märkte fanden Sonntags direkt nach der Kirche statt.
Manchmal wurden hübsche Unterstände für die Verkäufer gebaut, die oben ein Kreuz drauf hatten (sogn. Marktkreuze: http://tinyurl.com/6xs4pe7).
Die Menschen kamen nicht nur zum Kaufen und Verkaufen auf den Markt. Sie trafen sich auch mit Freunden und schauten sich die laute, bunte Menge an. Die Luft war gefüllt mit den Schreien der Verkäufer und dem Duft der Waren. Andere Klänge kamen von den Handwerkern, Schmieden und Töpfern, die ihre Arbeit auf dem Markt fortsetzten.
Die ärmsten Leute hatten keine Stände, sie legten die Ware auf den Boden oder verkauften sie direkt aus Körben. Es gab auch Hausierer, die von Markt zu Markt zogen, um ihre Waren zu verkaufen.
Hunde und Katzen streunten über die Märkte um kleine Leckerbissen zu ergattern. Pferde und Esel trugen Lasten. Manchmal gab es Sänger, Akrobaten, Jongleure und Tiere, die ihre Kunststücke zum besten gaben.
Nicht immer wurde mit Geld gehandelt. Man tauschte einfach (z.B. ein Tier gegen ein Möbelstück). Preise waren wesentlich kleiner, genau wie der Lohn (umgerechtnet etwa 12-18 Euro-Cent). Ein Schwein kostete vielleicht etwa 1 Euro-Cent).

Gemessen wurde in

inch (= ca 3 Kerstenkörner Ende and Ende anenander gelegt)
Fuß (= Länge eines männlichen Fußes)
Yard (= Entfernunf zw. der Nase und des Daumen des ausgestreckten Arm eines Mannes)

Es gab natürlich auch damals schon Händler, die ihre Kunden über den Tisch zogen. Sie verwendeten zum Beispiel leichtere Gewichte auf der Wage, Krüge und Maßstäbe etwas zu klein. Manchmal haben Sie Wasser in Bier oder Wein gemischt oder Sägemehl oder Steine in Säcke mit Korn um sie schwerer zu machen. Auf gut organisierten Märkten wurden Männer bezahlt um solche Betrüger zu enttarnen und Verkäufer zu prüfen. Es gab Marktgerichte, die mit solchen Leuten umging. Damals sahen die Strafen dafür allerdings ganz anders aus. So wurden Sie einen Tag lang am Pranger oder an Armen und Beinen in einem Holzgestell eingeklemmt und konnten von den Leuten mit faulem Obst und Gemüse beworfen werden. Fischhändler oder Fleischer wurden mit unter aber auch auf Wagen über den Markt gezogen mit einem Stück stinkendem Fleisch oder Fisch um ihren Hals.

Mittelalterliche Jahrmärkte waren ganz besondere Märkte. Sie waren wesentlich größer als normaler Märkte und fanden wesentlich seltener statt (vielleicht ein oder zweimal im Jahr). Sie gingen über mehrere Tage oder gar Wochen. Händler sowohl wie Käufer kamen von sehr viel weiter her (sogar aus anderen Ländern). Viele Kaufleute verbrachten ihr Leben damit große Entfernungen zu Fuß oder zu Pferdzurück zu legen, um ihre Luxusgüter auf den Jahrmärkten zu verkaufen. Es gab Edelmetalle und Edelsteine, Seide, Gewürze und Parfume aus fernen Ländern. Die Organisation dieser Märkte war wesentich schwerer. Die Dorfgemeinden mußten zahlen, um einen solchen Markt organisieren zu dürfen. Diese wiederum verlangten Zoll und Mieten von den Standbesitzern.

_________________
I only want to be a free spirit
Is there a moment greater than one, to make someone proud
(= gibt es eine schöneren Moment als der, jemanden stolz zu machen?)

And he dreamed of another world
In another time, And another place
Where no man
Has to wear a sign
Saying where he's from
Saying what's his race


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben auf den Märkten im Mittelalter
BeitragVerfasst: 1. Mär 2011, 20:34 
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Eine schöne Übersicht! :) Als Ergänzung - speziell für den deutschsprachigen Raum - möchte ich euch diese infomative Seite empfehlen:

http://www.der-verlorene-haufen.de/html ... ichte.html


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