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 Betreff des Beitrags: Die eigenen Bücher selber verkaufen
BeitragVerfasst: 22. Dez 2010, 21:58 
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Aus gegebenen Anlass möchte ich darauf hinweisen, dass es in Deutschland die Buchpreisbindung gibt, die nur vom Verlag aufgehoben werden darf, wenn das Buch mindestens 18 Monate im Handel ist.

Wenn also jemand von Euch bei einem Verlag veröffentlicht und seine eigenen Bücher vom Verlag günstiger bezieht (Autorenrabatt), darf man diese Ermäßigung keinesfalls an seine Kunden weiterreichen. Man darf die Bücher entweder verschenken oder zum gebundenen Preis verkaufen, aber dann nicht zu einem Preis unter dem Ladenpreis.

Warum ich davor warne?
Weil es in Deutschland jede Menge Anwälte gibt, die auf die Suche gehen nach einfachsten Gesetzesverstößen (volle Impressumspflicht für private Webseiten mit fremden Werbeeinblendungen, Ebay-Angebote mit Markennamen, 5. Verpackungsnovelle und eben die Buchpreisbindung), sich dann eine Person mit berechtigten Interesse (also einen Wettbewerber - in deinem Fall also einen Buchhändler) suchen und mit dem gemeinsam eine Abmahnung aufsetzen (wobei man wissen sollte, dass es in Deutschland keine Obergrenze für Abmahnungen gibt und deswegen die Gefahr besteht, dass du ohne Gerichtsverfahren zu einer 3 - 5-stelligen Summe verdonnert wirst. Mit Verfahren wirds teurer).

Also - zur eigenen Sicherheit sollte man die Bücher ausschließlich zum gebundenen Ladenpreis verkaufen.

Hier übrigens mal ein paar Infos zum Nachlesen http://de.wikipedia.org/wiki/Buchpreisbindung

wikipedia hat geschrieben:
Wer mit Büchern geschäftsmäßig handelt, ist verpflichtet, die gebundenen Ladenpreise einzuhalten. Geschäftsmäßig handelt nach einem Urteil bereits, wer Bücher in einem für Privatleute unüblichen Umfang verkauft (OLG Frankfurt a. M., NJW 2004, 2098 ff.). Die Einhaltung der Buchpreisbindung überwachen so genannte Preisbindungstreuhänder (PB-Treuhänder): Circa 1.000 Verlage beauftragten die Wiesbadener Rechtsanwälte Dieter Wallenfels und Dr. Christian Russ, die Einhaltung der gebundenen Preise sicherzustellen. In der Praxis laufen Abmahnungen, wenn die PB-Treuhänder Rechtsverstöße feststellen. Hierfür sind die PB-Treuhänder aufgrund der ihnen durch BuchPrG § 9 Abs. 2 Ziff. 3 obliegenden Aktivlegitimation berechtigt; daher klagen sie auch selbst in Gerichtsverfahren.

Anmerkung: Autoren, die ihre eigenen Bücher verkaufen, handeln nach Ansicht der Gerichte geschäftsmäßig.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die eigenen Bücher selber verkaufen
BeitragVerfasst: 23. Dez 2010, 10:58 
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Dazu habe ich eine passende Frage. Kann ich als eigener Verlag oder Autor, der seine Bücher vertreibt, einfach versandkostenfrei verschicken? Amazon tut dies grundsätzlich auch und ich stelle immer wieder fest, dass aber viele andere das nicht tun. Verkaufe ich zum Beispiel über den Marketplace muss ich die Buchpreisbindung bei Neuware ja trotzdem einhalten, mir werden jedoch 3 Euro Versandkosten aufgezwungen.

Falls es dafür keine Regelung gibt, warum berechnen dann viele Verlage im Direktversand trotzdem Versandkosten? Das bringt sie doch zum Beispiel gegenüber Amazon in einen preislichen Nachteil. Dabei würden sie im Direktversand doch den Buchhandelsrabatt "sparen" und würden trotz kostenlosem Versand dadurch mehr einnehmen?

Oder hab ich da irgendwas grundlegendes falsch verstanden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Die eigenen Bücher selber verkaufen
BeitragVerfasst: 23. Dez 2010, 15:36 
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Es gibt seit einiger Zeit ein Gesetz, das Händlern und Verlagen den kostenlosen Versand von Büchern sogar aufzwingt, weswegen eigentlich jeder Online-Shop oder auch Verlag Bücher ohne Versandkosten verschickt, zumindest die Verlage, denen diese Regelung bekannt ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die eigenen Bücher selber verkaufen
BeitragVerfasst: 23. Dez 2010, 16:50 
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@EverMorgan:
könntest du mir dieses Gesetz heraussuchen? Ich hab dazu nichts gefunden.
Und ich glaube es ehrlich gesagt auch noch nicht ganz.

Schließlich erzwingt Amazon auf dem Marketplace 3 Euro Porto (egal, wieviel es wirklich ist) und ich bin mir sicher, dass sich kein Abmahnanwalt dies entgehenlassen hätte. Denn für Amazon Deutschland gilt deutsches Recht, egal wie groß die Firma ist.

Edit: und wenn es dieses Gesetz wirklich gibt, dann könnten alle Verlage und Buchhändler abgemahnt werden, die auf ihrer Webseite etwas von "Portofreier Lieferung" stehen haben. Denn es ist laut Wettbewerbsgesetz unlauter, mit etwas zu werben, was durchs Gesetz vorgeschrieben ist, bzw. dies als extra Posten auf der Rechnung mit 0,00 Euro auszuweisen.
Mich würde wirklich das Gesetz interessieren. Bitte


@Forgotten:
Das könnte eine rein strategische Entscheidung sein.
Bücher, die bei Libri gelistet sind, müssen x mal pro Jahr über Libri geordert werden (Amazon, Buchhandelsbestellungen bei Libri). Bücher, die über den Verlag direkt gehen, zählen da natürlich nicht rein.
Wenn nun dummerweise zu wenig Bücher über Amazon geordert werden, dann fällt das Buch aus Libri raus. Damit ist es für Buchhändler schwerer zu bestellen (woraufhin die oftmals die Bestellung ganz verweigern) und bei Amazon nur noch über den Marketplace (und damit für den Kunden teurer, der dann vielleicht abspringt).

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 Betreff des Beitrags: Re: Die eigenen Bücher selber verkaufen
BeitragVerfasst: 23. Dez 2010, 19:04 
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Das Gesetz kann ich dir auch nicht sagen. ich weiß nur, dass mir das letztes jahr im März jemand erzählt hat und kurz darauf wurden Bücher in sämtlichen Shops und Verlagen ohne Porto versendet. Also bin ich davon ausgegangen, dass da was dran sein muss, sonst würde man das ja nicht so machen. Was die 3 € bei Amazon oder Versand für Bücher bei Ebay betrifft, hängt das wohl damit zusammen, dass diese Regelung nicht auf Privatverkäufe anwendbar ist.
Also, irgendwas muss dran sein, sonst hätten nicht plötzlich alle Shops umgestellt. Sogar mein Pressel-Verlag hat zu dem Zeitpunkt umgestellt. Ich werd mich mal schlau machen, was das für eine Regelung ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die eigenen Bücher selber verkaufen
BeitragVerfasst: 23. Dez 2010, 19:07 
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Das wäre ganz lieb, vielen Dank.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die eigenen Bücher selber verkaufen
BeitragVerfasst: 15. Dez 2015, 23:00 
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Ich hätte dazu auch eine Frage, für die ich im Internet keine Antwort fand.
Da ich bisher keinen Verlag gefunden habe, ist mein Buch derzeit nur online als E-Book für 2,99 Euro bei verschiedenen Händlern (Amazon usw.) erhältlich.
Nun hatte ich die Idee, das Buch einfach auf Anfrage individuell im Copyshop zu produzieren und für 30 Euro (Kosten für Papier, Toner, Farbdruck des Einbandes, Bindung, Briefumschlag und Porto für Buchsendung) zu verschicken. Ist das erlaubt oder kann ich da Ärger bekommen? Muß ich ein Gewerbe anmelden, AGB und Impressum angeben? Ich habe einfach nur in meinem Blog mal einen Beitrag gepostet, wo ich die Produktion auf Anfrage angeboten habe, ich will keinen Onlineshop eröffnen.


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