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 Betreff des Beitrags: Re: Verlagsgeplauder
BeitragVerfasst: 19. Dez 2010, 21:29 
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Gut, ich hatte irgendwie auch vermutet, erst einmal präsentieren zu müssen, was ich vorhabe. Und dafür brauche ich erst mal ein fertiges Produkt. Umso wichtiger ist es, dass man es von Anfang an richtig macht.
Und eine gesunde Portion Skepsis zeugt ja auch von Professionalität. Gefällt mir. 8-)

Nunja, ich kann aber auch die Skepsis von Autoren verstehen, die unbekannten Verlagen bzw. absoluten Neulingen gegenüber vorsichtig sind. Da beißt sich manchmal der Hund in den Schwanz, denn man zieht gute Autoren an, wenn man schon erfolgreich veröffentlicht hat, aber um erfolgreich zu veröffentlichen, benötigt man auch gute Autoren. Bin da ein wenig zwiegespalten, wie ich das angehe.

Aus dem gleichen Grund wollte ich so ungern mit einer Eigenveröffentlichung starten (lieber irgendwann nach zwei, drei Veröffentlichungen). Obwohl ich inzwischen gar nicht mehr ganz so abgeneigt bin. Du hast es auch so gemacht, treogen, oder? Und es war ja offensichtlich gut und richtig.

Naja, ich bastle einfach weiter an meinen Ideen und dem ganzen organisatorischen Kram (zum Beispiel die tausendste Überarbeitung der Website). Zum Glück hab ich ja absolut keinen Zeitdruck.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verlagsgeplauder
BeitragVerfasst: 20. Dez 2010, 08:50 
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Forgotten hat geschrieben:
Aus dem gleichen Grund wollte ich so ungern mit einer Eigenveröffentlichung starten (lieber irgendwann nach zwei, drei Veröffentlichungen). Obwohl ich inzwischen gar nicht mehr ganz so abgeneigt bin. Du hast es auch so gemacht, treogen, oder? Und es war ja offensichtlich gut und richtig.


Nun, bei mir war es ja ganz anders geplant. Als ich meinen Roman herausgebracht hatte, dachte ich nicht im Traum daran, dass ich irgendwann mal fremde Autoren veröffentlichen würde. Auch nicht, was das später für Auswirkungen haben könnte.
Denn, dass muss ich wirklich frei heraus sagen, ich hatte schon bei der ersten Antho mit dem Ruf des Eigenverlegers zu kämpfen. Und dass ich dann bei "Lichtbringer" meinen Namen als Herausgeber aufs Cover gebracht habe, obwohl von mir nicht mal eine Geschichte drin war, war sicher auch nicht so clever.
Ich hab bei Lichtbringer so manchen angeschrieben, ob er denn teilnehmen würde. Und hab oft die Antwort erhalten: "Bei der nächsten Antho vielleicht. Ich hab einen Ruf zu verlieren." Bei "Metamorphosen" war das dann kein Thema mehr - ich hatte mich bewiesen und dass die erste Antho aus unserem Verlag gleich für den Deutschen Phantastik Preis nominiert wurde, hatte schon was zu sagen. Aber mit der ersten Antho war es halt etwas komplizierter, ein paar tolle Namen zu kriegen.
Auf der anderen Seite war die Zeit mit meiner Eigenveröffentlichung für mich wichtig, um mich "schonend" aufs Verlagsgeschäft vorzubereiten. Denn in der Zeit habe ich unwahrscheinlich viel gelernt. Wäre ich gleich mit einer Antho gestartet, hätte das leicht gegen den Baum laufen können.

Was man nur nicht machen sollte - man sollte nicht den Eindruck erwecken, dass einem die eigenen VÖs wichtiger und vorrangiger sind, als die Anthos. Ich habe bei jemand anders gesehen, wie das aufgenommen wurde, dass eine Antho wieder und wieder verschoben wurde (obwohl die Ausschreibung bereits lange gelaufen und die Geschichten schon lange lektoriert worden waren), während der Verlager seine Antho mit ausschließlich eigenen Geschcihten pünktlich herausgebracht hat. Das hat bei manchen Autor einen schalen Beigeschmack hinterlassen und erzeugt ein ungutes Bild vom Verleger. Gerade, wenn das dann die erste Antho ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verlagsgeplauder
BeitragVerfasst: 20. Dez 2010, 10:44 
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treogen hat geschrieben:
Aber mit der ersten Antho war es halt etwas komplizierter, ein paar tolle Namen zu kriegen.


Was meinst du, wie wichtig tolle Namen für den Erfolg einer Anthologie sind? Für die Vermarktung ist das garantiert nicht zu verachten, keine Frage. Ich hatte irgendwie das sicher sehr idealisierte Ziel, bisher völlig unbekannten, aber trotzdem sehr guten Autoren eine Plattform zu bieten. Dass man mit seiner Autorenkarriere gleich ins Abseits laufen kann, wenn man sich für den falschen (weil vielleicht nagelneuen und unbekannten) Verlag entschieden hat, darüber hab ich mir keine Gedanken gemacht. Mein Ehrgeiz, es tatsächlich gut zu machen, wird dadurch zwar angespornt, aber es bringt einen auch zum Nachdenken über die Verantwortung, die man übernimmt. Schließlich will ich ja keinem die Karriere oder den zukünftigen Erfolg versauen. Im Gegenteil.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verlagsgeplauder
BeitragVerfasst: 20. Dez 2010, 12:26 
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Forgotten hat geschrieben:
Was meinst du, wie wichtig tolle Namen für den Erfolg einer Anthologie sind?


Immens wichtig.
Wenn ich sehe, das ich bei den Geisterhaften Grotesken meine Startauflage nach nur einem Monat abverkauft hatte ...
Im Vergleich dazu war es bei den anderen Anthos schleppend vorangegangen. Da vergeht zwischen einem halben und einem Jahr, bis die Startauflage weg ist.

Forgotten hat geschrieben:
Ich hatte irgendwie das sicher sehr idealisierte Ziel, bisher völlig unbekannten, aber trotzdem sehr guten Autoren eine Plattform zu bieten.


Das hatte ich auch - und habe es noch. Der Trick liegt in der Mischung. Ein Buch, welches sich ob der Namen darauf gut verkauft, bringt automatisch auch Aufmerksamkeit für die anderen Produkte des Verlages.

Forgotten hat geschrieben:
Dass man mit seiner Autorenkarriere gleich ins Abseits laufen kann, wenn man sich für den falschen (weil vielleicht nagelneuen und unbekannten) Verlag entschieden hat, darüber hab ich mir keine Gedanken gemacht.


Wenn es dir ein Trost ist - auch Leute, die es eigentlich besser wissen müssten, kriegen es fertig, absoluten Mist abzuliefern. Hab letztens ein Buch in der Hand gehalten von einem eigentlich mittlerweile angesehenen Kleinverlag in Kooperation mit einem Online-Portal, die regelmäßig Kurzgeschichten und Geschichten online veröffentlichen. Namen nenne ich jetzt mal keine, aber wer die beiden kennt, würde sagen: Da muß man unbedingt dabei sein, wenn die eine Antho zusammen rausbringen.
Typischer Fall von Denkste, die mir bekannte Autorin hat sich total geärgert.
Kein Honorar, kein Autorenrabatt (gut, darauf hätte sie verzichtet, weil ihr ja die Referenz wichtig war) und das Buch hatte keine ISBN, damit nicht gelistet im VLB (geschweige denn bei Amazon und Libri).

Forgotten hat geschrieben:
Mein Ehrgeiz, es tatsächlich gut zu machen, wird dadurch zwar angespornt, aber es bringt einen auch zum Nachdenken über die Verantwortung, die man übernimmt


Zuviel Nachdenken darüber ist auch falsch. Das blockiert und macht Angst vor Entscheidungen.
Ich habe es immer folgendermaßen gehandhabt: Ich nehme nur, wovon ich zu 100% überzeugt bin. Denn ich muß es vermarkten, ich muß es vertreten können und ich halte daraus auch Lesungen in Vertretung für meine Autoren ab.
Wenn ich nicht überzeugt bin, lass ich die Finger davon. Ich hatte letztens so einen Fall, da wurde mir eine Antho angetragen. Der Herausgeber lieferte mir ein Konzept, welches mich zugegebenermaßen begeistert hat. Also forderte ich die Geschichten an, um zu entscheiden. Von 15 Geschichten hat mich 1 richtig mitgerissen und 1 halbwegs. Ich hab das Projekt abgelehnt, auch wenn ein paar Namen dabei waren, die in der Gothic-Szene bekannt sind und sich schon deswegen verkauft hätten. Aber das wäre nichts gewesen, wo ich meinen Schriftzug drüber sehen wollte.
Und wenn ich mich für etwas entschieden habe, dann gebe ich einfach mein Bestes. Und dann wird es sicher auch gut werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verlagsgeplauder
BeitragVerfasst: 23. Jan 2011, 15:14 
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Guten Tag! Ich schon wieder.

Lieber treogen, mir ist aufgefallen, dass du deine Verlagsprodukte nicht direkt über Amazon verkaufst, sondern "nur" über deren Marketplace (und natürlich deinen eigenen Online-Shop). Hat das einen bestimmten Grund? Zu teuer, zu kompliziert oder gar überflüssig?

Muss man als Verlag bei Amazon gelistet sein bzw. sollte man es? Was meint ihr? Wo und wie kauft ihr denn Bücher?


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 Betreff des Beitrags: Re: Verlagsgeplauder
BeitragVerfasst: 25. Jan 2011, 16:39 
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Forgotten hat geschrieben:
Lieber treogen, mir ist aufgefallen, dass du deine Verlagsprodukte nicht direkt über Amazon verkaufst, sondern "nur" über deren Marketplace (und natürlich deinen eigenen Online-Shop). Hat das einen bestimmten Grund? Zu teuer, zu kompliziert oder gar überflüssig?


Das ist richtig - und das ist ein allgemeines Problem von Klein(st)verlagen.

Zu teuer?
Es ist schon nicht ganz billig. Rabatte von 50-60%, Übernahme aller Portokosten, 1 Belegexemplar von allen gemeldeten Novitäten. Das muß man sich schon erstmal leisten können.

Zu kompliziert?
Um die Bücher über amazon direkt verkaufen zu können, müssen einige Parameter erfüllt sein:
1.) das Buch braucht eine ISBN -> hab ich
2.) das Buch muß im VLB gelistet sein -> bin ich
3.) das Buch muß über Libri vertrieben werden -> das werde ich derzeit nicht

Der 3. Punkt ist der komplizierte von allen. Libri möchte Geschäftspartner, die ein großes Programm haben. Als jemand mit 1, 2, 3 Büchern hat man es sehr schwer.
Aber ich habe mittlerweile seit Mitte Januar den Vertrag mit Libri für neue Bücher, für alte machts leider keinen Sinn. Nachdem Libri meine Anthologien bisher verweigert hat, sind sie nun auf die neuen Romane angesprungen.

Edit: Ein kleines Update vom 27.01.
Seit heute sind unsere Romane im Libri-Katalog gelistet. Damit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Romane auch direkt über amazon beziehbar sind.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verlagsgeplauder
BeitragVerfasst: 28. Jan 2011, 13:17 
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Dankeschön für die wie immer mehr als nützlichen Infos!!!
Falls ich tatsächlich irgendwann mein erstes Verlagsprodukt veröffentliche, werd ich es dir wohl widmen müssen. ;)


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