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 Betreff des Beitrags: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 2. Dez 2010, 13:09 
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Ich bekomme recht häufig Fragen zu Veröffentlichungsmöglichkeiten und habe mal ein paar Infos gesammelt und zusammengetragen. Die Wege und die Ergebnisse sind teilweise recht unterschiedlich, man sollte daher genau überlegen, was man macht.

Agenturen
Großverlage / Publikumsverlage (ohne Kostenbeteiligung durch den Autor)
Klein-/Kleinstverlage (ohne Kostenbeteiligung durch den Autor)
EBooks
Veröffentlichungen im Inet
Eigenverlag
BoD / Lulu
Dienstleister und DKZV

Nicht vergessen werden sollten:
Wettbewerbe und Ausschreibungen
Zeitungen/Zeitschriften
Fanzines

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1.) Der Königsweg - Agenturen
Mittlerweile sind Literaturagenturen auch in Deutschland normal. Und große Verlage vertrauen den Agenten. Ein Manuskript, welches einem Verlag von einer Agentur vorgelegt wird, wird immer eher begutachtet, als ein unverlangt eingesandtes Manuskript. Viele Verlage haben ihre "Neuautoren-Suche" ausschließlich an Agenturen ausgelagert.
Klar, 15-20 % Beteiligung am Honorar klingen happig. Aber man sollte bedenken, dass Agenten ihre Verlage kennen und genau wissen, wie weit sie gehen können. Deswegen wird ein Autorenvertrag, der über eine Agentur ausgehandelt wurde, in den meisten Fällen mehr Gewinn für den Autor bringen, als ein selbstverhandelter.
Da die Agenturen auch nicht für das Produzieren, Bewerben und Vermarkten von Büchern zuständig sind, sondern sich ausschließlich um die Vermarktung ihrer Autoren kümmern, sind die Reaktionszeiten oftmals viel geringer als bei großen Verlagen.
Und die Chancen, bei solch einer Agentur angenommen zu werden, sind mittlerweile größer, als bei Publikumsverlagen.
Wer vorhat, mit einem bestimmten Manuskript mit Agenten ins Geschäft zu kommen, sollte dieses Manuskript vorher nicht an große verlage geschickt haben.
ACHTUNG: Wie überall im seriösen Teil der Buchbranche - der Autor geht nicht in Vorleistung für die Vermittlung. Geld erhält die Agentur erst im Erfolgsfall, also wenn ein Vorschuß oder Tantiemen gezahlt werden.

2.) Der Glückstreffer - Publikumsverlag
Dort zu landen ist sehr schwer, denn viele Autoren sind auf die gleiche Idee gekommen.
Um hier überhaupt eine Chance zu haben, muß man sich sehr gut vorbereiten.
Passt das Genre? Warum bin ich als Autor prädistiniert, dieses Buch zu schreiben? Wen will ich erreichen? Mit welchem Buch aus dem Verlag könnte man das Werk vergleichen?
Und das wichtigste: Sucht der Verlag überhaupt?
Ein sauberes Anschreiben, ein messerscharfes Expose und eine knackige Leseprobe, die einem vom ersten Satz hineinzieht - das sind die Zutaten zum Erfolg.
Aber nicht nur.
Das Budget des Verlages, die persönliche Neigung des Lektors, die Planung für das nächste Jahr oder das man gerade mit einem ähnlichen Roman geflopt ist, spielt ebenfalls mit hinein.
Also sind Absagen nicht immer durch mangelnde Qualität begründet. Trotzdem sollte man sich nach mehreren Absagen Gedanken machen, ob der Text wirklich für einen real existierenden Markt geschrieben wurde.
Wartezeiten von 6-12 Monaten sind normal. Autoren, die ständig nachhaken, rufen sich zwar in Erinnerung, aber nicht unbedingt in positive.
Wer vorhat, über eine Agentur vertreten zu werden, sollte sein Manuskript erst dann an einen Publikumsverlag weiterleiten, nachdem er von den Agenturen eine Ablehnung erhalten hat.
ACHTUNG: Auch hier gilt. Seriöse Verlage verlangen kein Geld vom Autor (weder für Druck, noch für Werbung, Cover, Lektorat oder sonstige Aufgaben, die ins Tätigkeitsgebiet eines Verlages fallen). Seriöse Verlage verlangen auch nicht, dass der Autor bestimmte Mengen abnimmt oder bestimmte Vorbestellungen liefert.

3.) Auf dem Weg zur Spitze - Klein-/Kleinstverlage
Veröffentlichungen in seriöse Kleinverlagen können durchaus eine oder mehrere Zwischenstufen auf dem Weg zur Veröffentlichung sein. Quasi ein Türöffner.
Ob es der Fall ist, ist natürlich so eine Frage und hängt daran, wie gut oder wie schlecht der Verlag (meist ist es ein 1-Mann-Betrieb mit Unterstützung von Freunden oder eine kleine Firma mit einer Handvoll Mitarbeiter) seine Arbeit macht.
Ein schlecht lektoriertes Buch kann den Ruf eines Autoren tüchtig schaden. Deswegen sollte man, bevor man die Kleinverlage seiner wahl mit Manuskripten bedenkt, sich anschauen, wie der Verlag arbeitet und mal ein Buch aus diesem Verlag kaufen oder sich mit Autoren des Verlages unterhalten, wie zufrieden sie sind.
Der Vorteil von Kleinverlagen ist, dass sie sich oft auf Nischenthemen spezialisiert haben und deswegen auch Geschichten annehmen, die nicht unbedingt für den Massenmarkt konzipiert sind.
Der Nachteil von Kleinverlagen ist, dass es oftmals keinen Vorschuss gibt und die Honorare niedrig ausfallen. Denn durch die niedrige Buchhandelspräsenz, geringes Werbebudget und oftmals fehlenden Barsortimentsanschluss sind die Auflagen nur gering. meist zwischen 100 und 500 Exempare.
ACHTUNG: Auch hier gilt wieder - Seriöse Verlage verlangen keine Zuzahlung vom Autor.

4.) Die ungeliebte Schwester des Buches - EBooks
Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, wie man sein EBook an den Leser bringen kann. Manche sind akzeptabel, andere schlichtweg lächerlich.
Man darf bei dem Thema nicht vergessen, dass in Deutschland nur 3% aller Buchumsätze aus EBooks generiert werden, davon aber rund 70% aus Sach-/Fachbüchern, der magere Rest von 30% sind Belletristik. Also weniger als 1 % der Buchumsätze. Deswegen wird kurz- und mittelfristig das EBook nur eine Ergänzung zum gedruckten Buch für eine äußerst kleine Zielgruppe sein.
a.) Die beste Möglichkeit ist immer noch, dass das EBook von dem Verlag gemacht wird, der das Buch auch als gedruckte Ausgabe herausbringt. Da profitiert das EBook auch von den Werbemaßnahmen des gedruckten Buches.
b.) EBook in Eigenregie, beispielsweise über Portale wie Xinxii oder die eigene Homepage.
Dieses Konzept geht für die Masse der Titel nicht auf. Fantasy beispielsweise läuft bei Xinxii erbärmlich schlecht, es gibt 6 sogenannte Fantasy-Bestseller, von denen sich 2 Titel genau 2x und 4 Titel genau 1x verkauft haben. Innerhalb von 1-2 Jahren! Besser laufen Kurzgeschichten, Lyrik und Erotik - aber nicht so, dass die Bezeichnung "Bestseller" berechtigt wäre.
Sach- und Fachthemen dominieren auch hier.
Von Ebook-Autoren unterschätzt wird die Wirkung von Werbung. Richtiger Werbung in den Printmedien. Deswegen fallen die meisten der eingestellten Werke der Nichtbeachtung anheim.
Zudem findet oftmals keinerlei qualitative Eingangsprüfung statt, so dass quasi jeder seine "Werke" veröffentlichen kann. Wohl auch einer der Gründe für den schlechten Ruf von EBooks, denn viele ernsthafte Autoren wollen gerade deswegen keine reine EBook-Veröffentlichung, da sie sich von den EBook-Selbermachern abheben wollen.
Grobe Schätzungen haben ergeben, dass sich auf solchen Portalen 99% Autoren und nur 1% Käufer herumtreiben.
c.) EBook-Verlage
Reine EBook-Verlage leiden an denselben Problem, wie EBook-Portale - ohne Werbung kein Verkauf.
Und sie leiden unter den schlechten Ruf, den EBooks haben, seitdem quasi jeder sein Werk als EBook herausbringen kann.
Deswegen weigern sich ernsthafte Autoren oftmals, einen Autorenvertrag mit einem EBook-Verlag einzugehen.

5.) Bücherverbrennung - Veröffentlichungen im Inet
So boshaft es klingen mag - jeder, der eine Geschichte in Buchform veröffentlicht sehen möchte und diese ganz oder teilweise im Inet (Foren, eigene HP, Social networks) veröffentlicht, hat gerade alles dafür getan, dass die Geschichte nicht gedruckt wird.
Die Geschichte ist für echte Verlage "verbrannt".
Deshalb Vorsicht mit allen Geschichten, die ihr ins Netz stellt. Geschützte Bereiche helfen übrigens, dem entgegenzuwirken.

6.) Der steinige Weg - Eigenverlag
So habe ich angefangen. Und ich würde es wieder tun.
Aber ...
Ich kann nicht dazu raten, es zu machen.
Eigenverleger haben es schwer. Und leichter zugleich. Klingt paradox, ist aber so.
Jemand, der die Verlage mit seinen Manuskripten bedenkt, wird irgendwann - so er nicht komplett talentfrei ist - Erfolg haben. Bis dahin ist es hart, richtig hart. Danach aber wird es leicht, denn bei einem echten Verlag ist ein Autor nur zu einem da - zum Schreiben.
Jemand, der sein Buch im Eigenverlag rausbringt, hat recht schnell ein Erfolgserlebnis. Schon bald kann er sein Buch, seinen Roman in die eigene Schrankwand stellen. Doch die Arbeit, die richtige Arbeit fängt eigentlich danach an. Und der Frust.
Denn während in den Verlagen Profis sitzen, die für Lektorat, Cover, Werbung, Marketing, Vertrieb, Steuern, Rechtliches, etc. verantwortlich sind, ist der Autor plötzlich nicht mehr nur Autor, sondern muß all diese Aufgaben miterledigen. Und dann setzt schnell der Frust ein, wenn der Vertrieb des 1. Romanes die Schreibzeit für den 2. verschlingt. Dann verflucht man seine Eile, wenn man mehr Zeit mit dem Beschwatzen von Buchhändlern verbringt, als mit dem Recherchieren für den nächsten Roman. Man wäre gerne wieder nur Autor, wenn das Rechnung schreiben wichtiger wird als das Schreiben von Exposes.
Und man stellt schnell fest, wie sehr man sich doch verschätzt hat.
Man erwartet zuviel vom ersten Buch, überschätzt die Zahl der Käufer, unterschätzt die Zahl der Freunde, die das Buch nur geschenkt nehmen würden, unterschätzt die Konkurrenz, die Wichtigkeit eines guten Lektorats, die Wirkung der Umschlaggestaltung, die Wichtigkeit von Werbung und PR, die Wirkung von Preisschwellen und die Widerstandsfähigkeit von Buchhändlern gegenüber Eigenverlegern. Man unterschätzt die Kosten von Werbung, die Realisierbarkeit der Finanzierung und dass eine Kalkulation für einen 1-Buch-Verlag niemals so funktionieren kann wie die eines 10-, 100-, oder 1000-Titel-Verlages.
An dem Punkt, an dem man erkennt, wie wenig Ahnung man doch vom Büchermachen hat, gibt es eigentlich nur 2 Möglichkeiten.
Sich hinsetzen, von der Konkurrenz lernen, alles lernen, was es zum Büchermachen zu lernen gibt und dann mit Volldampf weiterlaufen.
Oder aufgeben.
Ich hab in den letzten Jahren sehr sehr viele kennengelernt, die aufgegeben haben. Und nur ganz, ganz wenige, die - wie ich - versucht haben, aus den Fehlern zu lernen und wirklich konkurrenzfähig zu werden. Und ich habe festgestellt, das 5 Jahre Lernen (ja, so lange mache ich das schon) bei weitem nicht ausreichen.

7.) Eigenverleger mit "Autorenvertrag" - BoD und Lulu
Die Werbeversprechen von BoD und Lulu klingen so toll - aber wenn man es ganz ehrlich betrachtet: Man ist ein Eigenverleger, nur dass die Gewinne jemand anders einstreicht und man selbst nur ein simples Honorar sieht.
Bezeichnend sind die Zahlen 2010, die BoD ja auch selber herausgibt. So waren im Jahr 2010 insgesamt 200.000 Titel über BoD erhältlich, 3 Millionen Bücher wurden verkauft.
Macht nach Adam Ries 15 verkaufte Exemplare je Titel - und das konnten mir viele von denen, die ich kenne und die bei BoD veröffentlichen, bestätigen.
Dazu kommt die Abneigung des Buchhandels gegen diese Bücher - nur äußerst wenige Buchhändler holen sich BoD-Bücher ins Sortiment. Und echte Verlage wissen natürlich, dass BoD-VÖs meist ein Witz sind. Jung-Autoren, die eine BoD-VÖ in ihrer Vita anführen, können sich dadurch schnell ihre Karriere versauen, bevor sie überhaupt begonnen hat. Und ich kenne persönlich keinen Fall, bei dem eine BoD-VÖ förderlich war. Im besten Falle wurde sie ignoriert, bzw. der Autor kam bei einem anderen Verlag TROTZ der BoD-VÖ unter.
Allerdings sollte man BoD und Co. auch nicht über Gebühr verteufeln, für manche Dinge ist BoD einfach toll.
Für Dissertationen beispielsweise - schließlich muß man ja zur Erlangung des Doktorgrades - ist eine VÖ zwingend notwendig. Da eignet sich BoD sehr gut - genauso wie bei der VÖ von Lyrik (in normalen Verlagen so gut wie unverkäuflich), der VÖ von Fach- und Sachbüchern oder von Literatur mit sehr eingeschränkten Interessentenkreis.

8.) Goldene Kugeln oder faule Eier? - Dienstleister und DKZV
Ja, es gibt sie - die Verlage, die Autoren suchen.
Die in Dir - ja, genau Dir - die nächste Rowling oder den nächsten Tolkien sehen. Und denen leider gerade vor 2 Tagen das Geld ausgegangen ist, so dass sie ausgerechnet Deinen potentiellen Bestseller nicht mehr finanzieren können.
So schön die Kommentare dieser Verlage klingen, so falsch sind sie auch. Meist holen sich diese Verlage vorneweg so viel Geld vom Autor, dass sie gar kein Interesse haben, dass auch noch nur ein einziges dieser Bücher verkauft wird. Denn verkaufte Bücher müssen erst einmal gedruckt werden und oftmals gibt es einen Passus, dass die Auflage von x-Tausend Stück nicht auf einmal, sondern nur nach Bedarf gedruckt wird. In dem Falle existieren dann um die 100 gedruckte Bücher und meist wird mehr nie die Druckerei verlassen.
Außer ...
Außer man möchte nochmal am Autor verdienen. Dann erklärt man ihm nach 2-5 Jahren Vertragslaufzeit, dass sich seine Bücher entgegen den Erwartungen schlecht verkauft haben und der Verlag den Lagerplatz nun für wichtigere Projekte braucht. Will der Autor, dass sein Buch "weiterverkauft" wird, so müsse er entweder monatliche Lagergebühren abdrücken (für eine nicht gedruckte Auflage), oder diese Restauflage aufkaufen, sonst wandert der Rest in die Müllverbrennung. Damit appelieren diese Firmen an das Ego des Autoren, denn es kann ja wohl nicht sein, dass ausgerechnet seine Bücher vernichtet werden. Und so zahlt er dann zum 2. Mal, kriegt dann mit dem Gabelstapler einer Palette seiner Bücher nach Hause geliefert und kann in Zukunft jedem Besucher ein Exemplar seines Buches schenken.
Es gibt dabei noch verschiedene Möglichkeiten, wie der Autor abgezockt werden kann. Unseriöse Agenturen, die an DKZVs vermitteln und den Autor beim Ablehnen des Vertrags den Agenturverlag kündigen (worin natürlich eine Entschädigung ausgemacht wurde, wenn der Autor vermittelt werden kann, aber den Autorenvertrag nicht unterzeichnet).
Verlage, die zwingend ein vorheriges Lektorat voraussetzen und dabei ein kostenpflichtiges Lektorat empfehlen, welches rein zufällig von einem guten Bekannten betrieben wird.
Verlage, die über die "finanzielle Benachteiligung von Autoren bei Publikumsverlagen" wettern und den Autoren mit einem "Geschäftsvertrag" mit "gleichmäßiger Teilung von Gewinn und Verlust" locken und auf partnerschaftlich machen.
All diesen Firmen ist gemein, dass ihre "Autoren" hinterher nur ungern zugeben, dass sie geleimt wurden. Diese fast sektenhafte Hörigkeit geht soweit, dass man Denunzierungskampagnen gegen Warner im Netz startet.
Jedoch irgendwann ist bei jedem die rosarote Brille runter - auch wenns manchmal Jahre dauert.


Gerade für Kurzgeschichtenautoren oder für Jungautoren sind die nächsten 3 Veröffentlichungsmöglichkeiten interessant:
9.) Konkurrenz belebt das Autorenleben - Wettbewerbe und Ausschreibungen
Immer wieder werden von Verlagen Anthologien ausgeschrieben. "Verlag sucht Kurzgeschichten" ist nicht per se unseriös - es kommt schon auf die Vertragsbedingungen an.
Honorare sind schön, aber nicht bei jedem möglich. Aber zumindest sollte man auf sein Belegexemplar bestehen. Wer eine Kurzgeschichte zur VÖ ohne jeden Gegenwert hergibt, verkauft sich komplett unter dem Preis.
Aber das ist meine persönliche Meinung, manch anderem ist die VÖ einer Kurzgeschichte wichtiger, als Honorar und Belegex.
Wer bei solch einer Ausschreibung mitmacht, tritt oft gegen hunderte anderer Autoren an, von denen dann nur durchschnittlich 15-30 genommen werden. Deswegen sollte man das Thema sportlich sehen. Mitmachen, dabeisein ist alles.
Und wenn man genommen wird und seine erste VÖ ausgerechnet in einer Antho mit Wolfgang Hohlbein oder Christoph Marzi drin ist, hat man vielleicht einen wirklich tollen Türöffner.

10.) Zeitungen/Zeitschriften
Ja, auch manche Zeitungen und Zeitschriften suchen immer wieder Geschichten.
Erst letztens hat die "Virus" eine Ausschreibung beendet.
Und in Romanheften wie John Sinclair und Perry Rhodan werden immer wieder Leserstorys abgedruckt. Manche Autorenkarriere fand dort ihren Beginn.

11.) Fanzines
Es gibt sie noch, die liebevoll zusammengestellten Magazine, die im Copyshop produziert und getackert werden und die Rezis, News und - obacht - Kurzgeschichten enthalten.
Elfenschrift, Blätterwelt und Anderwelt sind nur einige Beispiele.
Viele der Autoren der Fantasy-Szene, die heute einen Namen haben, haben vor Jahrzehnten in solchen Heftchen begonnen. Andre Wiesler, Linda Budinger, Alexander Lohmann und Christel Scheja - um nur einige zu nennen.
Bekannte Clubs die Neulingen auch heute noch die Möglichkeit für Veröffentlichungen bieten, sind der EDFC (erster deutscher Fantasy-Club, Publikationen: Fantasia und Quarber Merkur), Fellow (Fellowship of the Lords of the Lands of Wonder, Publikationen: Magira) und der SFCD (Science Fiction Club Deutschland, Publicationen: Andromeda SF Magazin und Andromeda News).
Doch auch die kleinen unbekannten Clubs suchen immer nach Neuen. Finden kann man sie auf Fantasy- und Roleplay-Cons.
Alles in allem kein schlechter Start.
Ich selbst hatte übrigens meine ersten Veröffentlichungen im Perry Rhodan Club "Terrania Post Readers", dem legendären PRCTPR. Unser Magazin erlebte damals 13 oder 14 Ausgaben, in 2 Ausgaben hatte ich Veröffentlichungen vorzuweisen. Die Auflage war 50 Stück und wir konnten sogar einen (!) Bahnhofskiosk überreden, regelmäßig 2 Exemplare abzunehmen. Klingt alles sehr abenteuerlich und war es manchmal auch. Vielleicht kommt auch daher mein Faible fürs Selbermachen (sprich PoD).

Fazit:
Wer irgendwann mal vom Schreiben leben will, sollte die Finger von allen Varianten lassen, die eine finanzielle Beteiligung des Autors erfordern. Für diese bleibt eigentlich nur der Königsweg über das Klinkenputzen bei Agenturen, Publikumsverlagen oder Kleinverlagen.

Wer einfach nur sein Buch in den Händen halten möchte und seine 5 Minuten Ruhm im Bekanntenkreis abstauben möchte, könnte mit Eigenverlag und BoD ganz glücklich werden. Allerdings weiß man ja oftmals am Anfang seines Schreibens nicht, wie intensiv man das ganze betreiben möchte. Manchmal hat man sich dann halt vorschnell eine Tür zugeschlagen.

Wer zuviel Geld hat, kann dies gerne bei Dienstleistern und DKZVs abladen. In den meisten Fällen ist es jedoch sinnvoller, dass Geld in den Ofen zu werfen, dann hat es wenigstens noch einen sinnvollen Zweck. Die Bezeichnung für diese VÖ in solchen Firmen ist schon bezeichnend: Pseudoveröffentlichung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 2. Dez 2010, 13:35 
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Treogen,

ich muss dir hier mal ein ganz deutliches Dankeschön für deinen tollen Beitrag ausprechen.
Er ist nicht nur super informativ für alle, die mit dem Gedanken spielen, die Geschichte zu veröffentlichen, sondern es spricht aus jeder einzelnen Zeile deine Erfahrung und Kompetenz.
Mit diesem Beitrag hast du unseren Mitgliedern eine wirklich gelungene Übersicht der Möglichkeiten, wie man seinen Roman veröffentlichen kann, mit auf den Weg gegeben.

Liebe Grüße
Steffi

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 Betreff des Beitrags: Re: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 2. Dez 2010, 16:00 
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WoW :o :shock: ,
genial! sehr guter Beitrag! Werde ihn wohl ins Verzeichnis aufnehmen. Ein fettes Dankeschön!!!


Cajux

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 Betreff des Beitrags: Re: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 2. Dez 2010, 19:36 
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Torsten, den find ich Spitze: :lol:
Verlage, die über die "finanzielle Benachteiligung von Autoren bei Publikumsverlagen" wettern und den Autoren mit einem "Geschäftsvertrag" mit "gleichmäßiger Teilung von Gewinn und Verlust" locken und auf partnerschaftlich machen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 9. Jan 2011, 15:37 
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Kennt wer den MTM Papierfresserchen Verlag?
Er wartet nämlich bis man 150 Vorbestellungen hat und dann beginnt er erst mit Lektorat und den Arbeiten.
Allerdings druckt er in einer so hohen Auflage, dass er damit selbst mit den Vorbetsllungen einen Verlust hat!
Wisst ihr etwas über den Verlag?

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 Betreff des Beitrags: Re: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 9. Jan 2011, 18:21 
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Hallo Stefan,

leider ist mir dieser MTM Papierfresserchen Verlag kein Begriff.
Was aber - glaube ich - auch ganz gut so ist, wenn ich lese, was du über diesen Verlag schreibst.
Ich glaube, in deiner Ausführung über diesen Verlag sind schon mehr als genug Informationen um mit ruhigem Gewissen sagen zu können:

Hände weg von diesem Verlag!


LG
Steffi

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 Betreff des Beitrags: Re: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 9. Jan 2011, 19:40 
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Das ist ein Zuschussverlag. Und für die gilt immer: Finger weg, wenn ihr ernsthaft Autoren werden wollt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 15:27 
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Dazu wurde schon ziemlich viel hier im Forum diskutiert. Wenn ein Buch gut ist und man damit Geld verdienen kann, zahlt ein Verlag eher noch drauf!

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 Betreff des Beitrags: Re: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 11. Jan 2011, 21:49 
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Hallo!
Danke für eure Antworten!
Allerdings bin ich jetzt selber drauf gekommen, dass es kein Druckkostenzuschussverlag ist...
Denn ich muss keinen einzigen Euro für die Veröffentlichung zahlen und bekomme nur was :D
Lg
Stefan


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 Betreff des Beitrags: Re: Veröffentlichungsmöglichkeiten
BeitragVerfasst: 12. Jan 2011, 10:44 
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Hallo

stefan94 hat geschrieben:
Allerdings bin ich jetzt selber drauf gekommen, dass es kein Druckkostenzuschussverlag ist...
Denn ich muss keinen einzigen Euro für die Veröffentlichung zahlen und bekomme nur was :D


Nun, MTM Papierfresserchen ist zwar kein DKZV, aber ganz koscher ist die Geschichte trotzdem nicht.

Erst einmal - viele Bücher von Kleinverlagen würden sich nicht so gut verkaufen, wenn die Autoren nicht Werbung machen.

Aber hier soll der Autor vorher eine bestimmte Zahl von Bestellern zusammenkriegen.
Was machst du, wenn dir 10 fehlen? Kaufst du den fehlenden Teil auf? Sind ja nur 100 Euro und du kannst die ja weiterverkaufen und hast damit eine Veröffentlichung.
Was machst du, wenn dir 50 fehlen? Kaufst du den fehlenden Teil auf? Sind ja nur 500 Euro und du kannst die ja weiterverkaufen und hast damit eine Veröffentlichung.
Was machst du, wenn dir 100 fehlen? Kaufst du den fehlenden Teil auf? Sind ja nur 1000 Euro und du kannst die ja weiterverkaufen und hast damit eine Veröffentlichung.
Merkst du was?
Egal ob 10 oder 150 - du als Autor hast einen Vorschuß erbracht und hast dir die VÖ erkauft. Und erbringst du die Vorbestellungen nicht, dann wird das Buch auch nicht produziert. Du wurdest nicht genommen, weil dein Roman gut ist und der Verlag an dich glaubt, sondern du wurdest genommen, weil du noch vor Erscheinen direkt oder indirekt 150 Exemplare verkauft hast. Weil du also zusätzlich zu deinem Job noch Teile des Jobs eines Verlages unentgeltlich mitübernommen hast.
Bezeichnend ist auch, dass dieser Verlag nicht in der Kinder-und Jugendbuchsparte im "Uschtrin" aufgenommen wurde, obwohl er lange genug auf dem Markt ist. Klar steht nicht jeder Verlag im "Uschtrin", aber es ist das erste Anzeichen, dass da irgendwas nicht ganz korrekt läuft.

Übrigens - vor 3 Jahren noch war die Anzahl Vorbestellungen nur 75. Und selbst da hatten schon viele Autoren Probleme, diese Vorbestellungen zusammenzubekommen ohne in die eigene Tasche zu langen.
Bei machen Autor hat die Vorbestellphase Monate gedauert, sogar bis zu einem Jahr. In der Zwischenzeit sind die Ersten schon wieder abgesprungen. Und wie willst du als Autor ein Buch bewerben, zu dem noch nichts existiert - kein Cover, kein Klappentext, kein Preis. Wie willst du 150 Leute überzeugen, ein Buch zu kaufen, wenn diese nicht einmal wissen, worauf sie sich einlassen?

Fazit: Es ist kein DKZV, aber man sollte sich darüber in Klaren sein, was man will und wie weit man gehen will, wenn die Vorbestellungen nicht so schnell reintrudeln, wie man hofft.

stefan94 hat geschrieben:
Allerdings druckt er in einer so hohen Auflage, dass er damit selbst mit den Vorbetsllungen einen Verlust hat!


Und das ist absoluter Blödsinn. Kein Verlag kann sich auf Dauer Verluste leisten. Und gerade in heutigen Zeiten (Digitaldruck und PoD) gibt es gar keinen Grund für riesige Risiko-Auflagen. Ich bezweifle, dass der Verlag (incl. der 150 Vorbestellungen) mehr als 300 Stück druckt.
Und vor allem bezweifle ich, dass der Verlag in immensen Auflagen druckt, so dass er dauernd Verluste hat. Denn sonst würde dieser Verlag nicht mehr existieren.

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