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 Betreff des Beitrags: Haft der Hexen
BeitragVerfasst: 16. Okt 2010, 15:11 
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Dieser Text ist in der Schreibwerkstatt von einem User namens flushbox entstanden.

Die Haft
In den meisten großen Städten gab es Hexentürme. Wenn die Angeklagten Glück hatten, wurden sie in kleine Kellerlöcher verfrachtet, dort angekettet oder in Holzblöcke gespannt, bis sie sich nicht mehr bewegen konnten. Die Keller waren mit fauligem Stroh gefüllt; nicht etwa um es etwas bequemer zu machen, sondern um die Reinigung zu vereinfachen. Die Angeklagten saßen dort in ihrem eigenen Unrat, wurden von Ratten und Mäusen angefressen und von Ungeziefer geplagt. Man liest häufig, dass ihnen in den kalten Wintermonaten die Zehen, Finger oder sogar Füße erfroren und abfaulten. Die Länge der Haftstrafen reichte von 3 Monaten bis zu einem Jahr. Es sind allerdings auch Fälle bekannt, in denen Angeklagte bis zu 3 Jahren eingekerkert waren. Nicht selten starben die Angeklagten alleine Aufgrund der Haftbedingungen.
In anderen Fällen gab es einfach kleine Löcher im Mauerwerk, in die die Angeklagten eingepfercht wurden. Gelegentlich wurden sie auch an Stricken in tiefe Brunnen abgelassen und bei Bedarf wieder herausgeholt.
In der Regel herrschte völlige Dunkelheit, so dass die Gefangenen Tag und Nacht nicht mehr unterscheiden konnten.

Haftbedingungen
Was die Folterknechte mit den Angeklagten getrieben haben, ist leider nicht überliefert. Es gibt jedoch Gerichtsunterlagen, in denen von Schwangerschaften nach langer Inhaftierung berichtet wird. Man schrieb dies dem Teufel zu. Vergewaltigungen waren sicher nicht an der Tagesordnung, kamen aber vor. Gelegentlich finden sich auch Hinweise, dass Gefangene plötzlich mit verdrehtem Hals aufgefunden wurden. Man ging davon aus, dass der Teufel dafür verantwortlich wäre um weitere Beichten seiner Zöglinge zu verhindern.
Die Verpflegung war miserabel. Nicht selten mussten die Gefangenen durch Rutenstreiche zum Essen gezwungen werden. Es waren wohl verdorbene Hausabfälle.

Verhandlung
Die Verhandlung wurde vor einem weltlichen Gericht geführt, allerdings musste die Geistlichkeit die Schuld des Angeklagten gesondert feststellen. Während das weltliche Gericht Befragungen durchführte und die Strafe festlegte, wurden die Folterungen von der Geistlichkeit durchgeführt.

Folter
Die Folter wurde in mehrere Stufen eingeteilt. Die erste Stufe bestand darin, dem Angeklagten das Folterwerkzeug vorzuführen. In der zweiten Stufe wurde der Angeklagte entkleidet, oft mit einer Fackel seiner Körperbehaarung entledigt, an Ketten aufgezogen und einem Verhör unterworfen. Hier wurde auch nach versteckten Malen am Körper des Angeklagten gesucht (Leberflecke, Storchenbisse,...). Man ging davon aus, dass der Teufel ein "Besitztumszeichen" am Angeklagten hinterlassen hätte.
War er noch immer nicht geständig, kamen in der dritten Stufe die Folterwerkzeuge zum Einsatz. Es sind Fälle bekannt, in denen ein Gefangener über 24 Stunden am Stück durchgehend gefoltert wurde. Glühende Zangen, Bein- und Daumenschrauben, Streckbänke, spanische Stiefel, Rutenschläge... unzählige Methoden kamen zur Anwendung. Das würde hier jeden Rahmen sprengen.
Wer unter der Folter geständig wurde, wurde hingerichtet. Wer sogar nach monatelanger Folter standhaft blieb wurde verdächtigt, vom Teufel schmerzunempfindlich gemacht worden zu sein und deshalb ebenfalls hingerichtet. In den meisten Fällen kam der Scheiterhaufen zum Einsatz. Es sind nur wenige Fälle bekannt, in denen eine Begnadigung erwirkt wurde. Meist hatten dort hohe Adelige ihre Finger im Spiel. Allerdings waren die Begnadigten für den Rest ihres Lebens verkrüppelt und entstellt und wurden der Stadt oder sogar des Landes verwiesen.

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